Suche Computer Weihnachtsgeschichten

Ich suche für ein Projekt Eure Geschichten:

Wenn ihr euren ersten Computer oder euer erstes Videospiel zu Weihnachten bekommen habt, dann schreibt mir dazu eine kleine Geschichte. Schreibt mir, wie es war, das erste mal den Rechner aufzubauen, ihn an zuschalten. Was habt ihr mit ihm gemacht?

Wie alt wart ihr?

Was für ein Rechner war es und wann?

Gibt es vielleicht Bilder dazu?

Schickt mir einfach alles in der Art an

axel@computersammler.de

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1 Antwort zu Suche Computer Weihnachtsgeschichten

  1. Yadgar sagt:

    O.k., meine Stories (ursprünglich im „Assoziations-Blaster“, http://www.a-blast.de, unter dem Stichwort „Computer“ veröffentlicht:

    6. Dezember 1983:
    Klassenkumpel Zimmermäään (die mathematically challenged Sportskanone) schleift mich nach einer Besichtigung des Museums für Holografie in Pulheim in den neu eröffneten Saturn-Computershop am Hansaring, ich staune erstmal nur Bauklötze… endlose Konsolen mit Monitoren und Unmengen dieser schwangeren Schreibmaschinen, ich bin spontan begeistert von einem Sharp MZ-731 mit seiner farbig aufgeteilten Tastatur und seinem Grafikzeichensatz, mit dem sich wunderbar herumspielen läßt (»Leitlinie Kirgisistan« etc.)…, später entdecke ich einen Commodore 64, auf dem ein paar Kids in unserem Alter ihre ersten paar Brocken BASIC ausprobieren, Zweizeiler, die eine Textzeile endlos wiederholen… das kann ich auch, denke ich mir, und so entsteht mein allererstes Computerprogramm:

    10 PRINT»AFGHANISTAN GRUESST DEN REST DER WELT!«
    20 GOTO 10

    RUN

    Trotz aller Faszination schwöre ich mir aber hoch und heilig, mich nie, nie, nie von diesen kalten, seelenlosen Maschinen vereinnahmen zu lassen und ein ganz garstiger alternativ-langhaariger Computerhasser zu werden! Soweit meine allererste Begegnung mit Computern…

    Mitte Dezember 1983 bis Anfang Februar 1984:

    Zimmermäään hat jetzt endlich seinen Commodore-64! An sich war das Teil ja als Weihnachtsgeschenk gedacht, aber aus dem Wir-warten-aufs-Christkind-Alter ist er ja eigentlich raus… folglich hängt sein Fanclub (also Marco, Torsten und Hafis-i-Afghan, späteren Generationen als Yadgar bekannt) von nun an jeden zweiten Tag nach der Schule mit ihm im elterlichen Wohnklo rum und versucht, der Kiste irgendwas halbwegs Intelligentes zu entlocken.

    Einen Monitor gibt es nicht, der 64er hängt an Zimmermäääns tragbarem Schwarzweißfernseher und produziert auf diese Weise 16 fein abgestufte Grautöne… nachdem mit einigen Wochen Verspätung auch die Floppy 1541 endlich geliefert wird, schaffen wir es nach einer halben Stunder angestrengter Knobelei sogar, die Demo-Diskette mit dem Blockgrafik-Froschfliegenfangspiel und dem zufallsgenerierten 3D(!)-Irrgarten zum Laufen zu bringen! Ansonsten scheint der Brotkasten aber nicht besonders helle zu sein, denn ein

    LOAD»AFGHANISTAN«,8

    produziert immer nur einen

    ?FILE NOT FOUND ERROR

    – was nicht gerade für die Überland-nach-Indien-Tauglichkeit dieses Tramiel’schen Schnellschusses spricht. Dazu läuft in Zimmermäääns Stereoanlage unentwegt EltonJohn, entweder die damals brandaktuelle LP »Too low for Zero« (mit »I guess that’s why they call it the blues« und natürlich »I’m still standing«) oder eine Best-of-Compilation mit älteren Titeln, wobei ich mich allerdings nur noch an »Don’t let the sun go down on me« erinnere, wohl deshalb, weil meine popmusikalische Sozialisation damals noch ziemlich am Anfang war, ich folglich keine Ahnung hatte, dass »I won’t let the sun go down on me« von NikKershaw (und natürlich keineswegs von EltonJohn) stammte und ich seinerzeit hoffte, es auf dieser Platte zu finden…

    März 1984:

    Zimmermäääns Floppy 1541 hat den Geist aufgegeben, womit der Commodore-64 natürlich schlagartig uninteressant wurde und seither auf dem Dachboden verstaubt. Unterdessen hat ihm seine Oma mal wieder eine neue Stereoanlage spendiert (O-Ton Zimmermäään: »Alle drei Monate eine neue, das muss schon sein!«), auf der er in Zukunft »Breaking Hearts«, die alsbald erscheinende neue EltonJohn-LP (mit »Sad Songs« und »Passengers«) hören wird, mit Kreissäge auf dem Kopf, denn »das unterstreicht meine Coolheit«…

    Mai 1984:

    Aus purer Feigheit habe ich bis zum bitteren Ende im Konfirmandenunterricht durchgehalten, obwohl meine damaligen religiösen Ambitionen eindeutig Richtung Hinduismus gingen… die Feigheit war gepaart mit schnödem Materialismus, schließlich war es damals im gehobenen Weidenpescher Kleinbürgertum gang und gäbe, dass die frischgebackenen Jungprotestanten an ihrem Initiationstag mit Geld in Briefumschlägen nur so zugeschüttet wurden. Auf diese Weise kamen innerhalb weniger Stunden 2200 Mark zusammen, die natürlich sinnvoll investiert werden mussten. Anfangs war ja tatsächlich ein Wersi-Orgelbausatz (wahrscheinlich die Helios, mit der ich dann wohl bald in einer Liga mit Klaus Wunderlich georgelt hätte… dieser Sinussound… WOW!!!) im Gespräch, den mein Vater und ich gemeinsam zusammenlöten wollten…

    …dann fiel es aber meinem damaligen Mathelehrer ein, die 8 b nach den Osterferien allen Ernstes mit BASIC zu traktieren! Ein reiner Trockenschwimmkurs, wir bekamen damals einen Computer nicht mal von weitem zu sehen… und so wurde ich mir selbst ein weiteres Mal untreu und beschloss stattdessen, mir einen Commodore-64 zu kaufen, mit allem Tschingbumm natürlich, Floppy-Laufwerk 1541 und Farbmonitor… dank diverser Lieferengpässe dauerte es allerdings noch einige Wochen, bis der Brotkasten in meinem Zimmer stand!

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